Neuer Taufstein für die evangelische Kirche Kriegsheim

 
 

 

Ein Taufstein ganz aus Ton

Evangelische Kirche in Monsheim-Kriegsheim mit neuem Taufstein

Worms, 22. September 2004. Die evangelische Kirche in Monsheim-Kriegsheim hat einen Taufstein der besonderen Art: Nicht aus Stein oder Sandstein, nicht aus Holz oder mit Metallschale, sondern komplett aus Keramik. „Und jetzt ist das Ensemble aus Taufstein und passendem Kandelaber auch komplett“, freut sich Ortspfarrer Volker Hudel. Die Kirche aus dem Jahr 1792, ansonsten eher schlicht gehalten, bekommt auf diese Weise einen schönen Akzent. Bislang hatte man sich bei Taufen beholfen, mit einfacher Schale auf dem Altar. „Irgendwie hatten wir immer das Gefühl, da fehlt etwas“, erklärt Hudel. Auch die Gemeinde und die damaligen Kirchenvorsteher Helene und Hermann Bogert empfanden dies als eine Geringschätzung der Taufe, wie sie in den 60er und 70er Jahren verbreitet war. Auf der Suche nach einem neuen Taufstein stieß die Gemeinde auf die Keramikmeisterin Ines Segger, die mit ihrem Keramikentwurf alle begeisterte. „Wie kann man nur auf die Idee kommen, so etwas aus Ton zu machen“, habe man sich anfangs gefragt, doch die Skepsis sei sofort gewichen, als alle die ersten Entwürfe gesehen hatten.

Segger, die sonst eher große, funktionale Stücke wie Keramiköfen anfertigt, hatte sich vor der neuen Aufgabe zunächst auf Internet-Recherche begeben und war verwundert, welche Vielfalt an Taufsteinen und -becken es weltweit gibt. Die Keramikkünstlerin betreibt mit einem Kollegen und zwei Azubis das „Tonhaus“ in Frankenthal. Bei dem Taufstein für Monsheim-Kriegsheim integrierte Ines Segger bewusst Symbole wie ein Schiff, stellvertretend für die Gemeinde oder das christliche Symbol des Fisches. Auch hielt sie das Taufbecken bewusst klein, um die Wichtigkeit des Taufwassers zu betonen und damit nicht verschwenderisch umzugehen. „Bei der gesamten Gestaltung und insbesondere bei der Wahl der Farbe war es eine große Herausforderung, etwas zu schaffen, das einerseits gut in die Kirche passen musste und anderseits auch nicht darin untergeht“, erklärt Segger. Der Taufstein wurde in vier Einzelelementen gebrannt, die anschließend zusammengefügt wurden. Insgesamt dauerte die Auftragsarbeit ein gutes halbes Jahr, immer wieder stimmten sich Kirchenvorstand und Künstlerin über die Details ab. „Jetzt“, findet Volker Hudel, „haben wir einen neuen Glanzpunkt in der Kirche, der sich gut in das Gesamtbild fügt.“ Und zwar nicht nur bei Taufen. Es sei auch wichtig, dass die Augen Gottesdienst feiern, sagt der Ortspfarrer, „denn das Betrachten ist ja auch eine Form von Predigt.“ Dass das Beispiel Schule machen könnte, zeigen erste Anfragen aus Nachbargemeinden, die wissen wollen, wie das eigentlich geht mit einem Taufstein, ganz aus Ton.

Stolz auf den neuen Taufstein in Monsheim-Kriegsheim: Die ehemaligen Kirchenvorsteher und Mit-Initiatoren Helene und Hermann Bogert, Pfarrer Volker Hudel und die Keramikkünstlerin Ines Segger aus Frankenthal.

Bildunterschrift:

 

 

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